Vergaser reinigen bei Rasenmäher, Notstromaggregat, Schneefräse

 


Am Beispiel einer Schneefräse
zeige ich in diesem Video die
Reinigung eines einfachen Vergasers.
 

Klicke hier, um das Video zu sehen...

 
    Zusätzliches Material und Werkzeuge, die
    Du ggf. auch gebrauchen könntest:

 

 

 

 

Weitere Hinweise:

Ab ca. einem Jahr Stillstand kommt
es sehr häufig vor, dass das
Saisongerät den Dienst verweigert.

Der Rasenmäher springt nicht an,
gerade dann, wenn einem das
Gras bis zum Hals steht.

Die Schneefräse läuft nicht,
wenn man vorm Antritt des
Arbeitsweges noch schnell die
weiße Pest aus'm Weg räumen will.

Das Notstromaggregat springt
nicht an, wenn man es am
nötigsten braucht.

Grund dafür sind in sehr vielen
Fällen Rückstände, die durch die
lange Standzeit der Kraftstoff-Reste
im Vergaser entstehen.
Diese flockenförmigen Verkrustungen
verstopfen die Düsen und verhindern
oder beeinträchtigen die Benzinzufuhr.
Die Folge: Das Gerät springt
trotz Zündfunke nicht an.

Das alles ist ärgerlich, aber lässt
sich mit etwas Zeit und Geschick
selbst in Ordnung bringen...



Allgemeine Tipps
für Vergaser-Reinigungen:

#1. Auch wenn vor der Demontage
der Kraftstoff über die Ablass-
Schraube im Schwimmergehäuse
abgelassen wurde, sind noch Reste
im Vergaser, die beim Zerlegen
entweichen. Es besteht BRANDGEFAHR.
Ebenso entwickeln sich dadurch
gesundheitsschädliche Dämpfe. Die
Reinigungsarbeiten sollten also
nur an gut belüfteten Orten
durchgeführt werden!

#2. Bevor der Vergaser zerlegt wird,
sollte er von außen gründlich gereinigt
werden. Das sieht nicht nur besser
aus, sondern es verhindert auch,
dass außen anhaftender Schmutz
in den gereinigten Innenraum des
Vergasers fällt.

#3. Festsitzende Schrauben, die
sich mit einem Schraubendreher
nicht lösen lassen, können ggf. mit
einer Rohrzange am Kopf angepackt
und angelöst werden.

#4. Wenn das Gehäuse zerlegt wird,
bleiben die Gummidichtungen oft
an den Dichtflächen kleben. Hierbei
sollte man darauf achten, dass sie
nicht zerrissen werden. Um ein
erneutes Ankleben zu verhindern,
kann man die Dichtungen vor der
Montage mit einem leichten
Silikonfett-Film versehen.

#5. Festsitzende Düsen: Die Düsen
im Inneren des Vergasers sind oft sehr
fest eingeschraubt (um zu verhindern,
dass sie sich im Betrieb lösen) und
teilweise sind sie auch angebacken.
Da sie aus einem relativ weichen
Material bestehen, sollte zum Lösen
ein hochwertiger, passgenauer
Schraubendreher verwendet werden,
um den Schlitz der Düse nicht
rund zu friemeln. Bei Vergasern mit
mehreren Düsen gleicher Bauform
sollte eine Verwechslung vermieden
werden. Auch wenn sie äußerlich
gleich aussehen, können die Bohrungen
unterschiedliche Durchmesser haben.
Auf vielen Düsen (leider nicht auf allen)
sind die Durchmesser aufgedruckt.

#6. Beim Zusammenbau sollte darauf
geachtet werden, dass die Schrauben
gleichmäßig und nicht zu fest angezogen
 werden, um ein Verziehen von Bauteilen
oder Gewindebeschädigungen zu vermeiden.
Ebenso wird damit verhindert, dass
Dichtungen zu stark gequetscht und
beschädigt werden.

#7. Einstellschrauben wenn möglich
nicht verdrehen. Bei vielen Fahrzeugvergasern
müssen jedoch manche Einstellschrauben
raus gedreht werden, um dahinter
liegende Düsen und Kanäle zu reinigen.
Hier sollten die Einstellungen der
Schrauben notiert werden. Das lässt
sich machen, indem man die Einstellschraube
vorsichtig bis zum Anschlag rein dreht
und dabei die Umdrehungen zählt
und notiert (z.B. 2,5 Umdrehungen).
Beim Zusammenbau wird dann die
Einstellschraube wieder bis zum
Anschlag rein und um die notierte
Umdrehungsanzahl wieder raus gedreht.
Auf den Einstellschrauben sitzt oft
ein Dichtring, der zur Abdichtung
und zur Schraubensicherung dient.
Dieser sollte vorhanden und nicht
beschädigt sein.

#8. Wenn das Gerät/Fahrzeug trotz
der durchgeführten Vergaserreinigung
nicht läuft, sollte man sich nicht davor
scheuen, die Reinigung erneut
durchzuführen. Es kommt vor, dass
gelöste Rückstände durch den
Startversuch aus einem Kanal
ausgespült werden und erneut
eine Düse verstopfen.

#9. Vergaser mit Membranen
(z.B. Rollervergaser) sollten erst
mit Druckluft ausgeblasen werden,
wenn alle Membranen ausgebaut
wurden. Sie könnten sonst beschädigt
werden.

#10. Vergaser mit Nadeln: Die Nadel
verfügt über mehrere Kerben über die
das Benzin-Luft-Verhältnis eingestellt
werden kann. Beim Zusammenbau
sollte wieder die gleiche Kerbe genommen
werden. Außerdem sollte man darauf
achten, dass die Nadel nicht verbogen
ist/wird. Sie könnte sich sonst
verklemmen und der Vergaser würde
nicht richtig arbeiten.

#11. Beim Zusammenbau und beim
Anbau an den Motor sollte man stets
auf intakte Dichtungen und
saubere/unbeschädigte/plane Dichtflächen
achten. Durch undichte Stellen kann
Nebenluft gezogen werden wodurch
es zur Abmagerung des Gemisches
kommt. Für Zweitakter kann dies den
vorzeitigen Motortod durch unzureichde
Schmierung bedeuten.

#12. Bei manchen Vergasertypen besitz
der Schwimmer in der unteren Position
(bei demontiertem Schwimmergehäuse
keinen definierten Anschlag. Hier kann
es vorkommen, dass sich der Schwimmer
bei der Montage verklemmt und das
Nadelventil nicht schließt. Dies kann
verhindert werden indem man vor der
Montage etwas Benzin in das
Schwimmergehäuse gießt, damit der
Schwimmer in der Arbeitsposition
gehalten wird.

#13. Um die Bildung der Rückstände im Vergaser zu minimieren, kann man am Saisonende den Kraftstoff über die Ablass-Schraube am Vergaser-Schwimmer-Gehäuse ablassen. Wenn ein Benzinhahn vorhanden ist, sollte dieser geschlossen sein. Besitzt das Gerät keinen manuellen und auch keinen automatischen Benzinhahn, dann läuft der komplette Tank leer. Das sollte bei einem Kunststofftank kein Problem sein, wenn sich kein Kondenswasser im Tank bilden kann.

 

 

 

24.01.15 12:33